Buchstabe B im Polstermöbel Lexikon


Backensessel: Beim Backensessel sind vor allem die in Kopfhöhe angebrachten Backen, auch Flügel genannt, charakteristisch. Sie dienen vor allem der Entspannung und sollten ursprünglich den Sitzenden vor Zugluft schützen.

Bandfedern: Flache Spiralfedern, die zur Unterfederung der Polstermöbel und Matratzen eingesetzt werden.

Barock: Die Barock-Epoche von 1650-1740 n. Chr. und zeichnet sich besonders durch gebrochene Gesimse und verkröpfte, geschwungene Profile aus.

Baumwolle: CO oder BW abgekürzt, ist eine Pflanzenfaser mit hoher Reiß- und Scheuerfestigkeit, neigt zur Knitterbildung und eignet sich für legere Möbel mit losen Polstern. Für Möbelstoffe werden meist Baumwollmischgarne Leinen-Viskose-Polyester verwendet. Dadurch erhöhen sich die Gebrauchseigenschaften, Strapazierfähigkeit und Pflegeleichtigkeit des Gewebes.

Beflockte Möbelstoffe: Flockstoffe bezeichnen Möbelstoffe mit samtigem bis wildlederähnlichem Aussehen, deren Pol nicht eingewebt, sondern auf einem textilen Trägergewebe, z. B. aus Baumwolle oder Polyester, fixiert ist. Die Oberseite, der Flock (Pol), wird aus Polyamidfilamenten in Dicken von 0,9 dtex (Mikrofasern) bis 3,3 dtex hergestellt. Die Polhöhe beträgt, je nach Faserdicke, ca. 0,6 mm bis ca. 2 mm. Durch Mikrofasern werden leichte, wildlederartige Effekte erreicht. Dickere Flockmaterialien ergeben ein fülligeres und weicheres Warenbild. Durch oberseitiges Prägen oder Verwirbeln werden verschiedene strukturierte Oberseiten erzielt. Sie werden überwiegend farbig bedruckt angeboten. Unter der Voraussetzung, dass die Pflegeanleitungen beachtet werden, verfügen beflockte Möbelstoffe in der Regel über eine hohe Strapazierfähigkeit. Das Einwirkten von Druck, Wärme und Feuchtigkeit kann im Laufe der Zeit zu Druckstellen durch Polverlagerungen führen. Diese charakeristische Erscheinung nennt man Sitzspiegel oder Gebrauchslüster. Beflockte Möbelstoffe haben gute Pflegeeigenschaften unter Beachtung der jeweiligen Pflegeanleitungen. Falsche Pflege kann zu Polablösungen führen! Beflockte Möbelstoffe können gegen Wasser, Alkohol oder Lösemittel empfindlich sein!

Beigestellter Stoff: Diese Bezeichnung steht für einen Bezugsstoff, der vom Kunden ausgewählt und dem Hersteller zugesandt wird. Der dort eingehende Bezugsstoff wird auf Wunsch des Kunden und ohne Qualitätsprüfung verarbeitet.

Beizen: Durch das Beizen von Holz wird die natürliche Farbe des Holzes verändert. Die Farbveränderung wird bewirkt durch lösliche Farbstoffe, die in die Holzfasern eindringen, durch Farbpigmente, die sich auf den Holzfasern ablagern sowie durch chemische Zusätze, die mit den Inhaltsstoffen des Holzes reagieren. Man unterscheidet Farbstoffbeizen, chemische Beizen und Kombinationsbeizen. Die Farbwirkung einer Beize beim Holz ist abhängig von den Vorarbeiten, der Eigenfarbe, den Inhaltsstoffen und der Saugfähigkeit des Holzes sowie von Beizart, Beizmenge und Dauer des Verfahrens.

Beschichten (Leder): Spaltleder und geschliffene Leder können z. B. im Druck-, Giess- und Spritzverfahren beschichtet werden. Sollen modische Metalleffekte erzeugt werden, erfolgt die Beschichtung durch Folie und Klebstoff.

Beschichten (Stoff): Auf die Rückseite textiler Flächen werden Kunststoffe und Latex aufgebracht. Dies erzeugt ein Verkleben von Kette und Schuss in den Abbindungspunkten. Zusätzlich werden Flächengewicht, Griff und Festigkeit des Stoffs beeinflusst.

Beschläge: Unter dem Sammelbegriff „Beschläge“ versteht man die verschiedenen Vorrichtungen zum Schließen, Halten, Aufklappen oder anderen Bewegungen von Möbelteilen. Am Polstermöbel ermöglichen sie Neigungsveränderungen, Höhen- und Tiefenverstellbarkeit, Drehbarkeit, Schwenkbarkeit, Winkelstellungsveränderungen und Auszug.

Bettsofa: Polstermöbel, das die zwei Funktionen Sitzen und Liegen erfüllen kann. Sie finden es in einfacher Form mit ausklappbaren Schaumstoffpolstern, sowie qualitativ hochwertiger, mit Lattenrost und Federkern. Bei Einbettsofas dient meist der Sitzbereich zugleich als Liegefläche, nachdem Rücken-und Armlehenenkissen abgeklappt oder weggenommen sind. Bei Doppelbettsofas, die kaum mehr Platz beanspruchen, entsteht der Schlafbereich durch Vorziehen des Sitzrahmens und Ausklappen der Polsterfläche.

Bezugsstoff: Als Bezugsstoff bezeichnet man zum polsterngeeignete Textilien. Auswahlkriterien sollten Scheuerbeständigkeit, Lichtechtheit, Reibechtheit, Pillbildung und elektrostatisches Verhalten sein, um als Bezug eines Polstermöbels möglichst lange ansehnlich zu bleiben. Mit einer umfangreichen Stoff- und Lederkollektionen bieten Markenhersteller eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Modelle individuell zu beziehen. Der Wechsel von Bezugsmaterialien, Farben und Dessins kann die Optik des Polstermöbel verändern. Für die Wahl des Bezugsstoffes gelten folgende wichtige Faustregeln: 1. Möbel und Bezugsstoff sollten immer qualitativ zueinander passen. 2. Beanspruchung und Umgebung der Polstermöbel sind wichtig, wenn es um die Farbe und Haltbarkeit geht. Alle Bezugstoffe müssen starken Belastungen standhalten. Gute Gebrauchseigenschaften sind hoher Scheuerwiderstand, geringe Druckempfindlichkeit, hohe Festigkeit des Flors bei Velouren, angenehmer weicher Griff, hohe Lichtechtheit, Reibechtheit der verwendeten Farben, geringe Schmutzempfindlichkeit, gutes Reinigungs- und Pflegeverhalten. Auf Möbelstoffe gibt es keine Garantie. Eine Fehlentscheidung hinsichtlich der Stoffauswahl ist kein Reklamationsgrund. Entscheidend für die Haltbarkeit sind Webart und textile Rohstoffe. Bei der Webart unterscheidet man drei Möbelstoffarten: gewirkte Stoffe, Flachgewebe und Veloure. Zu den strapazierfähigsten Bezugsstoffen gehören Polyacryl- und Polyesterveloure. Mohair, Baumwolle und Viskose unterliegen schnellerem Verschleiß. Durch ihren Flor sind Velourgewebe grundsätzlich strapazierfähiger als Flachgewebe oder Jacquards, da diese direkten Scheuereinwirkungen ausgesetzt sind. Vorsicht ist geboten bei der Benutzung von Jeans, deren Nieten und Nähte das Gewebe beschädigen und die auf helle Stoffe abfärben. Auch Damenstrumpfhosen wirken wie Schmirgelpapier auf das Gewebe. Handschweiß kann zu Verfärbungen und Verfilzungen an den Armlehnenvorderkanten führen. Armlehnenschoner verhindern das. Die UV-Strahlen des Sonnenlichts bleichen textile Gewebe und Leder aus. Dabei verändern sich hellere Muster und Farben schneller als dunklere. Über die Lichtechtheit gibt eine Notenskala Auskunft.

Bezugsstoffbearbeitung: Verschiedene Möglichkeiten, um einen Bezugsstoff zu bearbeiten.

Biedermeier: Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt durch den Biedermeier-Stil, der sich durch klassische elementare Grundformen auszeichnete, die sehr einfach, fast ärmlich waren.

Bindemittel: Das Bindemittel ist der nichtflüchtige Bestandteil von Beschichtungsstoffen einschließlich der Weichmacher, aber ohne Pigmente und Füllstoffe. Bindemittel können mit Farbmitteln und Zusatzstoffen angereichert werden. Mit diesen bilden sie nach der Trocknung den farbigen oder farblosen Beschichtungsfilm. Bindemittel sind die Basis jeden Lacks – verantwortlich für Glanz, Härte und Strapazierfähigkeit. Aus ihnen entsteht der fertige Lackfilm, die „Beschichtung“.

Blankleder: Ist ein etwa vier Millimeter dickes, pflanzlich gegerbtes Rindleder, das zu selbsttragenden Stuhl- und Sesselbespannungen (z.B. für Freischwinger) verarbeitet wird.

Bleichen: Unter Bleichen versteht man das Behandeln von Textilien mit Oxidations- oder Reduktionsmitteln zum Erzielen eines bestimmten Weissgrades. Gebleicht wird durch Waschen, Abkochen und mit Hilfe von Chemikalien.

Blindholzgestell: Als Blindholzgestell wird eine Gestellausführung bezeichnet, bei der alle wesentlichen Gestellteile überpolstert bzw. bezogen sind. Je nach Form und Gestaltung bleiben bestimmte Holzteile sichtbar, z.B. Füße, Handknaufe, Blenden u.ä., die zuvor oberflächenbehandelt werden.

Bonellfederkern: Bonellfederkerne werden maschinell aus Taillendruckfedern mit Drahtstärken von 2,2 – 2,5 mm hergestellt. Die Einzelfedern sind an den oberen und unteren Federringen durch Spiralfederzüge miteinander verbunden. Gegenüber anderen Federkernausführungen besitzt der Bonellfederkern eine geringere Anzahl von Einzelfedern, die durch einen größeren Kopfdurchmesser gekennzeichnet sind. Dadurch entstehende Zwischenräume müssen mit einem festen Polsterträger überbrückt werden. Ein Bandstahl- oder Stahldrahtrahmen bildet den oberen und unteren Abschluß. Aufgrund ihrer Konstruktion sind Bonellfederkerne bei Benutzung geräuschlos und flächenelastisch. Die Polsterflächen zeigen bei geringer Belastung einen weichen und bei stärkerer Belastung einen härteren Federungseffekt. Um die Federungseigenschaften zu verbessern, werden Weiterentwicklungen eingesetzt, die mehr Federn mit kleinerem Kopfdurchmesser und geringerer Drahtdicke aufweisen. Dadurch entstehen Varianten, die den besonderen Eigenschaften der Zylinderfederkerne angenähert sind.

Borte: Die Borte gehört zu den Posamenten. Sie wird als mehr oder weniger schmales Band in vielerlei Musterungen gewebt oder auf einer Häkelgalonmaschiene hergestellt. Effilé-Borten haben Schlingefransen. Die Feston-Borte zeigt eine gebogte, die Zackenborte eine gezackte Kante. Gimpenborten werden aus mehreren Gimpen gefertigt. Die Marabou-Borte ähnelt dem Samtband.

Bossennaht: Als Bossennaht bezeichnet man eine gerade oder gewölbte Naht, die den Bezugsstoff mit dem Grundpolster verbindet und an dieser Stelle eine tiefe Einschnürung treten läßt. Sie können zu einer geschmackvollen Aufteilung der Polsterfläche beitragen und / oder zur Verbesserung der Polsterform eingesetzt werden. Zu bedenken ist, dass mit jeder Bossennaht die Weichheit des Polsters verringert wird.

Bourlets: Bourlets sind Kantenpolster. Sie werden in verschiedenen Ausführungen zur Bildung bzw. zum Brechen von Kanten bei Armlehnen bzw. Rückenlehnen eingesetzt. Ein Bourlet wird sowohl zur Formgebung als auch zur Abdeckung von Holzteilen eingesetzt. Als Ausgangsmaterial dient Verbundschaum oder Weich-PVC.

Brokat: Mit Metallfäden durchwirktes Jacquardgewebe, das als Bezugsstoff dient. Bei Brokatimitationen wird ein metallischer Effekt durch Aufdrucke erreicht. Brokat (jacquardgewebtes Flachgewebe) zählt zu den reichsten und kunstvollsten Geweben überhaupt. Der Name leitet sich vom italienischen Wort broccato (gestickt) ab, denn in Italien wurde er aus dem Damast entwickelt. Merkmal: mehrfarbige Muster aus Seide mit eingearbeiteten Metall- oder Aluminiumfäden.

Büffelleder: Büffelleder hat eine besonders grobe und markante Struktur. Die Häute stammen von Wasserbüffeln zum Beispiel aus Hinterindien und Thailand. Die sogenannte Wildware hat ausgeprägtere Naturmerkmale wie Dornenrisse und Hornstöße.

Bügeln und Satinieren (Leder): Gearbeitet wird mit einer Bügelmaschine und hohem Druck, bevorzugt zum Ausgleich von Falten. Durch das Bügeln erhalten die Narben des farbigen Leders eine gleichmäßige, matt glänzende Oberfläche.

Bürsten (Oberflächenbehandlung): Durch in Längsrichtung ausgeführtes Bürsten von Nadelholz- oder ringporigen Laubholzflächen mit einer Spezial-Drahtbürste entsteht eine ähnliche Oberflächenstruktur wie durch das Sandstrahlen.

 

Nach oben

A
C