Buchstabe F im Polstermöbel Lexikon


Fabrikverkauf: Unter Fabrikverkauf, auch Werksverkauf genannt, versteht sich eine Verkaufsstelle über die Markenfabrikanten in der Regel am Ort der Produktion oder in direkter Nähe Produkte direkt an den Endkunden absetzen. Eine wesentliche Charakteristik des Fabrikverkauf besteht darin, dass in der Regel Güter aus Produktionsüberschüssen oder z.B. Modelle aus Kollektionen abgelaufener Jahre, Musterware oder Möbel aus Rücknahmen verkauft werden. Demnach liegt der Schwerpunkt auf Waren, die der Handel nicht mehr anbietet, um Überschneidungen in der Kollektion zu verhindern.

Factory Outlet: Unter dem Begriff Factory Outlet oder Factory Outlet Stores versteht man die speziell geschaffene Einrichtung zum Verkauf von Makenartikeln direkt vom Hersteller. Diese Einrichtung, auch Outlet genannt, findet sich z.B. in der Nähe des Herstellers oder in einem Outlet-Center, in dem mehrere Hersteller Ihre Produkte direkt an die Verbraucher anbieten. In einem Factory Outlet werden vorwiegend Waren aus abgelaufenen Saisons oder Produktionsüberhängen verkauft.

Falten: An Textilien sind Falten Schmuck, und zugleich auch eine elegante und Exzellent Möglichkeit, einer Stoffbahn Weite zu verleihen. Neben den einfachen, zickzackartig gelegten Falten unterscheidet man vor allem die durch Fadenzug eingereihten Kräuselfalten, die symmetrisch gelegten Quetsch- oder Doppelfalten und die nach innen gelegten Kellerfalten.

Faltenbildung: Die Faltenbildung bei Polstermöbeln entspricht einem natürlichen Vorgang, der im Zusammenhang von Belastung und beweglichen Materialien steht.

Falzen (Leder): Je nach Verwendungszweck müssen die fertigen Leder eine bestimmte Endstärke aufweisen. Mit Hilfe eines scharf geschliffenen Messerzylinders wird das Leder auf der Fleischseite gefalzt und erhält dadurch eine gleichmäßige Stärke. Der Effekt ist vergleichbar mit dem Hobeln bei der Holzbearbeitung. Das Falzen gleicht Stärkeunterschiede von 2/10 mm bis 3/10 mm aus und verhindert dadurch eine Schattenbildung auf glanzgestoßenen Ledern.

Farbabweichungen: Geringe Farbunterschiede zwischen Ausstellungsstück, Stoffmustern und geliefertem Produkt sind möglich.

Farbechtheit (Stoff): Die Farbechtheit eines Stoffes garantiert, dass seine Farben weder am Tageslicht verblassen noch durch Reibung Schaden nehmen oder sich durch Wasser und Alkalien auswaschen lassen. Bei manchen Textilien wird mit der Farbechtheit zugleich auch eine Unempfindlichkeit gegenüber Säuren garantiert. Direkte Sonneneinstrahlung kann die Farbe eines Stoffes verändern. In der DIN 54004 ist hierfür eine Bewertung festgelegt. Die Skala reicht von 1 bis 8. 1 ist die schlechteste, 8 die beste Lichtnote. Bei Stoffen für Polstermöbel wird eine Lichtechtheitsnote von 3 bis 5 gefordert.

Färben: Das Färben textiler Ausgangsprodukte ist ein Veredlungsprozess, der ebenfalls in verschiedenen Verarbeitungsstufen erfolgen kann. Durch einen Färbevorgang soll das Ausgangsmaterial eine gleichmäßige und einheitliche Farbgebung erhalten. Gefärbt wird auf Färbeapparaturen, deren Einsatz sich nach der Art des Ausgangsmaterials und den späteren Wareneigenschaften richtet.

Farbpsychologie: Die Farbpsychologie befasst sich mit der Wirkung von Farben auf unser Gefühlsleben. Sie erforschte beispielsweise, dass Rot anregend bis sogar alarmierend wirken kann, Blau dagegen eher beruhigend, Grün entspannend oder erfrischend und Gelb erheiternd. Dieses Wissen lässt sich auch und gerade in der Wohnraumgestaltung mit Polstermöbeln gezielt anwenden, um die jeweils gewünschten Stimmungen durch Stoffe in den entsprechenden Farbtönen zu erzeugen oder zumindest zu fördern.

Fasern: Eine Faser ist ein im Verhältnis zur Länge dünnes und flexibles Gebilde, welches im Verbund zur Herstellung von Textilien genutzt wird.

Faservlies: Dient als Polsterabdeckung, um das Aufscheuern des Bezugsstoffs zu verhindern. Faservlies rundet den Schaumkern komfortabel ab oder ermöglicht modische Knautscheffekte. Hochwertige Faservliese sind um ein Vielfaches teurer als einfache Standardwatte, die sich schon nach kurzer Benutzungsdauer flachsetzt.

Fassonleinen: Als Fassonleinen werden leinwandbindige Jutegewebe mit geringer Fadendichte bezeichnet. Sie lassen sich deshalb auch gut formen. Fassonleinen werden unter der Bezeichnung Hessian gehandelt und in den Qualitäten H 185 bis H 220 angeboten. Fassonleinen werden bei der Erstellung eines Formpolsters zum Überheften über den von Hand eingelegten Füllstoff eingesetzt (handwerkliche Fertigung).

Federbänder: Federbänder sind flache Spiralfedern mit einer Breite von ca. 1,5 mm. Sie werden als federnder Untergrund bei Sitzkissen- bzw. Rückenkissenpolsterungen und als Unterfederung bei den Matratzen eingesetzt.

Federkern: Dient überwiegend der Polsterung fester Sitze, wird aber auch als Einlage loser Schaumstoffwendekissen verwendet. Neben modernem Schaumstoff haben Federkerne ihren Stellenwert als hochwertige Polsterung behauptet. Zylinderfederkerne, altbewährt und von Hand gedreht, werden heute meist durch maschinengefertigte Federkerne ersetzt. Wichtig für den Polsterkomfort sind umlaufende Bandstahlrahmen, die den Federkern stabilisieren, und Spiralen, die die Federn miteinander verbinden. So ergibt sich bei geringer Belastung ein weicher, bei stärkerer ein härterer Federungseffekt. Festere Federn im vorderen, nachgiebigere im mittleren Bereich optimieren den Sitzkomfort. Taschenfederkern ist die luxuriöseste Variante, bei der die einzelnen Zylinder in Säckchen aus Nessel eingenäht und an den Berührungspunkten miteinander verbunden sind. Ein Federkern ist kein Garant für Qualität. Bei billigen Massenprodukten und ins Sitzkissen eingeschäumten Federkernen können schnell Materialermüdungen auftreten.

Federkernmatratze: Schwedenstahlfederkern, thermisch nachvergütet, sprungelastisch. Für manuell verstellbare Einlegerahmen geeignet.

Federkorb: Ein Federkorb besteht aus Kegelfedern, die durch Verbindungsklammern auf Tragbändern aus Bandstahl miteinander befestigt werden. An den oberen Ringen der Außenfedern befinden sich Kettenglieder, die nach dem Einsetzen des Federkorbes seine Befestigung dadurch ermöglicht, dass die Oberfläche der gesamten Federung leicht gerundet ist und nach den Seiten leicht abfällt. Federkörbe werden häufig für die Unterfederung bei Stühlen eingesetzt.

Fernsehsessel: Der Fernsehsessel wird allgemein auch als Relaxsessel bezeichnet. Bitte entnehmen Sie eine genaue Definition dieses Polstermöbels unter dem Punkt Relaxsessel.

Fettung und Trocknung (Leder): Die Fettung ist bei der Lederherstellung im allgemeinen der letzte Arbeitsgang in wässriger Phase vor der Trocknung. Durch die Fettung werden die mechanischen und physikalischen Eigenschaften des Leders stark beeinflusst. Würde Leder nach der Gerbung ohne jegliche Fettung getrocknet, würde es hart und blechig und durch eine starke Narbenbrüchigkeit gekennzeichnet sein. Das Fetten von Leder setzt besondere, sorgfältig ausgewählte Fettungsmittel oder deren Kombinationen voraus. Die Fettmenge muss der erforderlichen Weichheit und dem gewünschten Griff des Leders angepasst werden. Außerdem müssen bei der Auswahl der Fettungsmittel die unterschiedlichen Methoden der Ledertrocknung berücksichtigt werden. Die gefetteten Leder werden in der Regel über Nacht aufgebockt, sodann mechanisch entwässert und auf der Narbenseite geglättet. Im Rahmen der Naßzurichtung können die Lederarten auch „wasserabweisend“ gemacht werden (Hydrophobierung). Dazu werden die Faserzwischenräume mit einer wasserabdichtenden Substanz, wie Fett oder Paraffin, geschlossen. Alternativ werden Substanzen verwendet, die den Faseroberflächen die Fähigkeit nehmen, Wasser aufzunehmen und weiterzuleiten.

Filz: Gebilde aus unregelmäßig verschlungenen Tierhaaren, meist Wollfäden, wofür die Eigenschaft der Wolle genutzt wird, sich durch Druck und feuchte Wärme zusammenzuziehen. Die Fasern werden gewalzt, verdichtet und durch Stauchen, Klopfen und Pressen zu Filz verarbeitet. Filz ist kein Gewebe, sondern ein Vlies.

Finish: Mit Finish – dem englischen Wort für „vollenden“ – bezeichnet man heute zum Teil Ausrüstungsverfahren, die die Optik oder Haptik eines Stoffes betreffen. So spricht man beispielsweise anstelle von Aufrauhen auch von einem Flausch - Finish.

Fixierung: Beim Verstrecken von Chemiefasern während des Herstellungsprozesses entstehen im Faserinneren Spannungen, woraus eine spätere Falten- oder Knitterbildung resultieren kann. Durch Thermofixieren (heiße Luftbehandlung) oder Hydrofixieren (heiße Wasserbehandlung) werden diese inneren Spannungen durch kurzzeitige Hochtemperaturen aufgehoben, wobei eine molekulare Neuordnung stattfindet. Die Folge ist eine verbesserte Form- und Schrumpfbeständigkeit, Knitterarmut und Griffverbesserung.

Flachfedern: Eine Federart, die Zug und Druckwirkung hat und für den Rahmenbau verwendet wird.

Flachgewebe: Bezeichnung für Stoffgewebe, die nicht mit einem Flor versehen sind, jedoch werden auch Gewebe so genannt, die von einem Flachwebstuhl mit waagerecht, also flach verlaufender Kette kommen – im Gegensatz zu den Hochgeweben von einem Hochwebstuhl mit senkrecht verlaufender Kette.

Flachgewirke: Flachgewirke sind in Wirktechnik hergestellte Möbelstoffe. Das häufig veloursähnliche Aussehen der Flachgewirke entsteht nicht durch einen eingearbeiteten Pol, sondern durch zusätzliche Bearbeitung bzw. Ausrüstung der gewirkten Oberseite. Flachgewirke sind meist auf ein Grundgewebe kaschiert, werden sowohl uni glatt oder mit Dessins bedruckt und auch mit strukturierter Oberseite angeboten. Sie sind aufgrund der fast ausschließlichen Verwendung von Garnen aus Chemiefasern, wie z.B. Polyester oder Polyamid, sehr strapazierfähig.

Flammenhemmende Ausrüstung: Eine flammhemmende Ausrüstung, dient dazu, die Brennbarkeit von Textilien zu reduzieren. Vor allem im Objektbereich eingesetzte Stoffe sollten schwerentflammbar sein. Diese Anforderung erfüllen Chemiefasern, deren flammhemmende Modifizierung im Faserrohstoff eingelagert ist (z.B. Trevira CS, Modacryl oder auch Glasfasern). Aus diesen Garnen gefertigte Textilien schmelzen langsam, ohne eigene Brandquelle erlischt der Brand. Chemiefasern können auch durch nachträgliche Ausrüstung schwerentflammbar gemacht werden, was jedoch nicht dauerhaft wirksam ist.

Fleckentfernung: Wasserlösliche Flecken wie z.B. Kaffee, Milch, Kakao, Kugelschreiber, Lippenstift oder Schuhcreme sind mit einer lauwarmen Lösung aus Shampoo und Wasser zu behandeln. Ist der Fleck damit nicht zu beseitigen, so kann nach dem Trocknen mit Spiritus bzw. Waschbenzin oder Fleckentferner nachbehandelt werden. Spirituosen, Bier, Cola, Fruchtsäfte, Kaffee oder Tee nicht eintrocknen lassen, sondern sofort mit lauwarmer Lösung aus Shampoo und Wasser behandeln. Wasserunlösliche Flecken wie z.B. Butter, Farbe, Fett, Lack oder Öl mit Lösungsmitteln wie Waschbenzin oder handelsüblichen Fleckenwasser behandeln.

Fleckschutz-Ausrüstung: Zu den Fleckschutz-Ausrüstungen zählen Baygard (Bayer), Scotchgard (3 M) und Teflon (DuPont). Auch das so genannte Wachstuch ist ein fleckgeschützter Stoff.

Flor: Samtähnliche oder genoppte Oberfläche von Textilgeweben. Entsteht durch aufrechtstehende Fäden, die V- oder W-förmig zwischen Kette und Schuß eingewebt sind. Der Verlauf der Florrichtung ist für Optik und Abnutzung von veloursbezogenen Polstern gleichermaßen wichtig.

Florstoffe: Florstoffe sind im Gegensatz zu Flachgeweben alle Stoffe mit einem gewebten Flor (aufrechtstehende Garnenden).

Formpolster: In einem Arbeitsgang geschäumtes Polsterteil mit einheitlichem Raumgewicht und gleichmäßiger Stauchhärte.

Freischwinger: Stühle und Sessel mit in S-Form gebogenem Rahmen aus Holz oder Metall, der beim Sitzen leicht federt.

Früh-Renaissance: Die Früh-Renaissance aus dem 15. Jahrhundert kann man an ihren klaren Gliederungen und reichen Profilen erkennen.

Füllmaterial: Als Füllungen für Polsterkissen werden heute hauptsächlich Schaumstoffstäbchen und Mischungen aus Schaumstoffstäbchen und Naturfedern und / oder Faservliesen verwendet, durch die Polstermöbel Sitzeigenschaften erreichen, die Daunenqualität entspricht. Reine Daunen eignen sich nicht als Füllung. Einige Markenfirmen verwenden auch neuere Mischungen aus Vlieskugeln mit Schaumstoffstäbchen oder Naturfedern. Federfüllungen sind in Kammern eingeteilt, damit sie nicht wandern. Leichtes Schütteln und Klopfen bringt sie wieder in Form. Legere Polsterungen passen sich den Körperformen an. Abdeckungen aus Wattevlies auf Federkernpolstern erzielen zwar eine legere Optik, haben jedoch keine Stützeffekte. Es entstehen Sitzmulden im Polstermöbel, die im Gegensatz zu losen Polstern nicht aufgeklopft werden könne. Qualitativ hochwertiger sind lose Füllkörper (Schaumstoffstäbchen, Federn, Fasern), die sich dem Körper anschmiegen und sich nach Benutzung wieder zurückklopfen lassen. Pflanzliche Füllstoffe: Veredelte Kokosfasern: Die kurzen und nicht verspinnbaren Kokosfasern werden einem besonderen Veredlungsprozeß unterzogen und schwarz gefärbt. Nach dem Krausen erhält man einen elastischen Füllstoff mit hoher Bauschkraft, der staubfrei zu verarbeiten ist. Als tierische Füllstoffe stehen Roßschweif-, Schweif-, Roß-, Roßmähnen- und reines Haar zur Verfügung. Desweiteren natürlich Federn und Daunen von Hühnern, Gänsen und Enten in unterschiedlichen Arten und Qualitäten. Chemische Füllstoffe: PUR-Weichschaumstoffe, die durch chemische Reaktionen ein ausgewogenes, gleichmäßiges und stabilisierendes Füllmaterial zur Verfügung stellen. Industrielle Füllstoffe: Watten, Gummihaar/Gummikokos.

Fungizide Ausrüstung: Unter Fungizide Ausrüstung versteht man eine chemische Behandlung von Textilien, um sie vor Pilzbefall zu schützen.

Funktionsbeschläge: Starre Ausrüstungen und Mechaniken, die beim Polstermöbel für Verstellbarkeit und zusätzlichen Nutzen sorgen: variable Lehnen, gekippte Relaxstellung, ausklappbare Fußhocker oder Liegeflächen.

Funktionspolstermöbel: Beschreibt Polstermöbel, die mit speziellen Funktionen ausgestattet sind. Beispiele sind Bettsofas, TV-Sessel oder Sofas mit abklappbare Armlehnen.

Funktionssofa: Sofa, bei dem eine individuell optimale Sitzposition durch mechanisches oder elektrisches Verstellen von Sitz und Rücken erreicht werden kann. Oft lassen sich beim Funktionssofa die Armlehnen zusätzlich abklappen oder schwenken.

 

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