Buchstabe G im Polstermöbel Lexikon


Garne: Garn ist nach DIN 60900 ein Sammelbegriff für alle textilen Gebilde, welche linienförmig verlaufen. Danach ist Garn ein langes, dünnes Gebilde aus einer oder mehreren Fasern. Garn ist ein textiles Zwischenprodukt, welches zu Geweben, Gewirken und Gestricken verarbeitet werden kann oder auch zum Nähen verwendet wird.

Garnierstiche-Nähte: Alle Garnierstiche, die eine Formung und eine Formerhaltung der verschiedenen Polsterteile ermöglichen, werden von links nach rechts ausgeführt.

Garnitur: Als Garnitur bezeichnet man eine Zusammenstellung von Polstermöbelgruppen. Meistens bestehend aus einem Sofa und zwei Sessel.

Gerbung (Leder): Das Ziel des Gerbvorgangs ist es, das Faulen der tierischen Eiweißstoffe, aus denen die Haut der Blöße besteht, zu verhindern, sie unverweslich und haltbar zu machen. Gleichzeitig sollen die vielseitigen natürlichen Eigenschaften der Rohhaut zur Geltung gebracht werden. Dies geschieht mit Hilfe von pflanzlichen, physikalischen oder chemischen Gerbmitteln. Durch die Gerbung erhält die Rohhaut eine verbesserte Elastizität und Geschmeidigkeit. Zusätzlich lassen sich wesentliche Eigenschaften des Fertigleders beeinflussen. Die Gerbung kann mit verschiedenen Gerbmitteln und nach verschiedenen Verfahren erfolgen. Die verschiedenen Gerbstoffe geben dem Leder charakteristische Eigenschaften, so dass jede Ledersorte ein bestimmtes Gerbverfahren voraussetzt. Hier wird nach pflanzlicher, mineralischer, und kombinierter Gerbung unterschieden.

Gewebte elastische Gurte: Gewebte, elastische Gurte werden nach einem bewährten System hergestellt. Die Gewebestruktur entsteht durch die Verkreuzung der textilen Begleitkette und dem unelastischen Schußmaterial, die die für das Dehnungsverhalten verantwortliche Gummiader (aus Naturkautschuk) umschließen. Durch die Art der Einbindung der Gummiader wird das Dehnungsverhalten des Gurtmaterials bestimmt. Zugleich erreicht man eine Schutzfunktion gegen Lichteinwirkung (UV-Strahlen) und schädliche Außeneinflüsse. Die Dehnung ist degressiv, d.h. sie nimmt nicht in dem gleichen Verhältnis zu wie die Belastung. Sie ermöglicht dadurch einen bestimmbaren und hohen Sitzkomfort (elastisch und doch fest).

Gewirkte Möbelstoffe: Der grundsätzliche Unterschied gewirkter Möbelstoffe zu gewebten Möbelstoffen besteht darin, dass gewirkte Möbelstoffe nicht nach dem Prinzip von Kette und Schuss, also durch Fadenkreuzung, hergestellt werden, sondern nach dem Maschenprinzip. Es werden mehrere Kettfäden nach dem Maschenprinzip miteinander verbunden. In der Fachsprache spricht man von der Kettenwirktechnik oder auch von der Rascheltechnik. Gewirkte Möbelstoffe werden sowohl als Wirkvelours (Raschelvelours) als auch als Flachgewirke hergestellt.

Gimpe: Die Gimpe gehört zu den Posamenten. Es handelt sich um eine feine Zierschnur, für die eine relativ minderwertige Seele aus beispielsweise Jute- oder Baumwollgarn dicht mit hochwertigem Material wie Seide oder Metallfäden umwickelt wird.

Gimpen-Borte: Für die Gimpen-Borte wird ein Band mit Gimpen verziert, die in Form von kleinen Schlingen oder Blüten aufgenäht werden. Die Gimpen-Borte wird traditionell an Polstermöbeln angebracht, um Nagelleisten zu kaschieren beziehungsweise einen dekorativen Abschluss herzustellen.

Glanzstoßen (Leder): Glanzstoßmaschinen, die mit Glas- oder Achatrollen arbeiten, werden bahnenweise über die Narbenschicht (Lederoberfläche) geführt. Um eine Glättung des Leders und eine Glanzsteigerung zu erreichen, wird dabei mit hohem Druck und stoßweiser Führung gearbeitet. Zur Verbesserung des Glanzes wird vorher noch eine sogenannte Glanzappretur (Wachs) aufgetragen. Das Glanzstoßen ist nur bei Ledern möglich, die nicht mit Deckfarbe überzogen werden und kommt bevorzugt für Chromleder oder Blankleder in Anwendung.

Glatte Kante: Die glatte Kante bildet mit der Sitzfläche und dem Boden einen zusammenhängenden Block. Der Aufbau der Kante hängt von dem jeweiligen Polsteraufbau ab und kann ganz unterschiedlich erfolgen.

Glore Valcana: Markenname eines vielfarbigen robusten Mikrofaservliesstoffes, ähnlich Alcantara.

Gobelin: Gobelins sind klassische Jacquardgewebe. Sie entsprechen im Aussehen den früheren Wandbildteppichen. Ihre Musterungen gehen von heraldischen Motiven über florale Motive und Blumenbuketts bis zu Landschaftsbilder, Jagd- und Ritterszenen etc. Sie werden meist aus Baumwoll- oder Viskosefasern hergestellt.

Gotik: Die Gotik ist die Stilform der Epoche von 1200 bis 1400 n. Chr., die sich durch sachliche Konstruktion und scharfkantige Profilierung ausdrückt.

Grundieren: Das Grundieren hat den Zweck, die äußeren Holzzellen zu füllen und zu verfestigen, eine Sperrschicht gegenüber den Holzinhaltsstoffen zu schaffen sowie den Verbund zwischen Holzoberfläche und Lack zu gewährleisten.

Grundmaterialien für Möbelstoffe: Bei Polstermöbeln kommen folgende Grundmaterialien am Häufigsten für die Stoffe zum Einsatz: Naturfasern (Baumwolle, Seide, Wolle, Mohair, Leinen), Chemiefasern natürlichen Ursprungs (Viskose) und synthetische Fasern (Polyacryl, Polyamid, Polyester).

GS: Abkürzung für „geprüfte Sicherheit“. Eine entsprechende Plakette wird auf Antrag der Hersteller vom Technischen Überwachungsverein (TÜV) geprüft und dem Produkt zuerkannt, sofern es den vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen genügt.

Gurte: Für den Aufbau von elastischen Rücken- und Sitzpolsterungen können gewebte Gummi- oder Vollgummigurte verwendet werden. Unelastische Gurte aus Jute dienen zum Aufbau der Unterpolsterung.

 

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