Buchstabe S im Polstermöbel Lexikon


SAG-Faktor: Die Messung des SAG-Faktors bzw. der Druckverformungsbeständigkeit ist ein in der Industrie übliches Verfahren für die Bewertung des Komforts. Der Faktor bringt das Verhältnis zwischen der Kraft, die für das Zusammendrücken des Schaums um 65% seiner Ausgangsdicke erforderlich ist, und der Kraft, die für das Komprimieren des Schaums um 25% seiner Ausgangsdicke notwendig ist, zum Ausdruck. Je höher der SAG-Faktor, desto größer ist der Unterschied zwischen der Oberflächenweichheit und der inneren Druckverformungs-Beständigkeit.

Samenfasern: Samenfasern nennt man jene Pflanzenfasern, die im Gegensatz zu Stängel- oder Blattfasern aus den Samen der Pflanzen gewonnen werden, wie zum Beispiel Baumwolle oder Kapok.

Samt: Repräsentativer Velours mit aufrecht stehendem Pol (Flor) und einer Polhöhe von 1,5 bis 2 mm. Als Polmaterialien werden sowohl Baumwolle und Seide als auch Chemiefasern eingesetzt. Man unterscheidet zwischen Kettsamt und Schusssamt. Bei Kettsamten wird der Pol durch die Kette gebildet. Bei dem eher für den schonenden Gebrauch geeigneten Schusssamt (Velvet) bilden die Schussfäden den Pol, sie werden durch die Kettfäden abgebunden. Kettsamte können, je nach Bindung, auch höheren Anforderungen an die Strapazierfähigkeit genügen. Das Einwirken von Druck, Wärme und Feuchtigkeit kann im Laufe der Zeit zu Druckstellen durch Polverlagerungen führen. Diese für Samt charakteristische Erscheinung nennt man Sitzspiegel oder Gebrauchslüster.

Sandstrahlen: Feinkörniger Sand (z.B. Quarz) wird mit einem Sandstrahlgebläse auf die Holzfläche geschleudert. Dadurch werden Holzfasern herausgerissen und diese Stellen vertieft. Sie erscheinen reliefartig, können gebeizt werden und mit einem matten Überzug versehen werden.

Sanfor: Sanfor ist ein geschütztes Warenzeichen für ein Ausrüstungsverfahren, das den Schrumpfungsprozess vorweg nimmt und somit das Einlaufen von Stoffen auf maximal noch ein Prozent reduziert. Dieses sanforisieren wird hauptsächlich bei Baumwolle, Leinen oder auch Halbleinen vorgenommen.

Satin: Dichte und glatte Flachgewebe in Atlasbindung mit fein anmutender und stark glänzender Oberfläche (franz. Satiné = seidig). Satin wird vorwiegend unifarben, meist aus Viskose, Baumwolle und Seide oder auch aus Chemiefasern hergestellt.

Saumnaht: Sie befestigt den umgeschlagenen Stoff als äußere Begrenzung bestimmter Nähteile.

Schabracke: Der Begriff Schabracke bezeichnet den unteren Abschluß beim Polstermöbel aus dem Bezugsstoff.

Schaumgummi: Ein Naturprodukt, auch Latex genannt, das aus der Milch des Gummibaums hergestellt wird. Es hat sehr gute Polstereigenschaften, weil der hochelastische Kern immer wieder das ursprüngliche Volumen annimmt. Das vergleichsweise teure Material wird für Polstermöbel nur noch selten eingesetzt und überwiegend bei der Matratzenherstellung verwendet.

Schaumstoff: Schaumstoff ist ein vollsynthetisches Material mit gleichwertigen Eigenschaften wie Schaumgummi. Es ersetzt die Materialien wie Roßhaar und Kapok. Das Raumgewicht bestimmt den Härtegrad: je höher, desto fester. Hohes Raumgewicht heißt hohe Elastizität bei geringer Materialermüdung. Die Polstermöbelindustrie verwendet heute Polyurenthan (PUR), z.B. hochelastischen PUR, Polyäther. PUR-Schaumstoff gilt als das beste und umweltfreundlichste Material überhaupt. Hart- und Weichschäume sind vorwiegend starr oder elastisch. Die Herstellung von Formteilen ist allerdings zu kostspielig, so dass sie nur für Großserien eingesetzt werden. Die in Deutschland gefertigten, o.g. Schaumstofftypen sind frei von FCKW. Mit natürlichem Latexschaum vergleichbar sind die im Kaltschaumverfahren hergestellten hochelastischen High Resilent (HR) Schaumstoffe. Sie sind atmungsaktiv und hochelastisch. Verbundschaumstoff wird aus Flocken hergestellt und zu Blöcken gepresst. Er lässt sich in jede Form schneiden und zeichnet sich durch ein sehr hohes Raumgewicht aus. Er wird bei Polstermöbeln u. a. für Kantenprofile verwendet.Polyäther-Weichschaumstoffe gehören zur Gruppe der Polyurethane (PUR). Die Anwendungsgebiete sind breit gefächert, andererseits gibt es auch eindeutige Schwerpunkte. Der überwiegende Teil des Weichschaumstoffs wird zur Herstellung von Polstermöbeln (40%) und Matratzen (25%) verwendet. Chemische Charakterisierung: Blöcke aus Polyurethan-Weichschaum werden kontinuierlich hergestellt und anschließend auf die der Anwendung entsprechende Abmessung und Kontur zugeschnitten. Normale Polyäther-Schaumstoffe werden aus folgenden Rohstoffen hergestellt: Poyäther-Polyole, Isocyanate (TDI- Toluylendiisocyanat), Wasser und in geringen Mengen Schaumstoffstabilisatoren, Reaktionsbeschleuniger, Katalysatoren und Farbpasten. Als Treibmittel dient das durch Anlagerung von Wasser an TDI entstehende CO2. Die bis vor einigen Jahren bei sehr leichten oder extrem weichen Schaumstoffen nötigen Fluor-Chlor-Kohlenstoffe (FCKW) werden nicht mehr eingesetzt. Eigenschaften von PUR Schaumstoffen: Geringes Gewicht, hohe Luftdurchlässigkeit, guter Wärme-und Feuchtigkeitsaustausch, physiologische Unbedenklichkeit.

Schaumstofftypen: Zu den Schaumstofftypen gehören PUR-Weichschaumstoff, Kaltschaum, Verbundschaum und Latexschaum.

Scheuerbeständigkeit: Wie strapazierfähig ein Möbelstoff ist, wird in sogenannten Scheuertests festgestellt. Nach der Prüfmethode und mit dem Scheuerprüfgerät von Herrn Martindale werden der Teststoff und ein Gewebe aneinander gescheuert. Eine allgemeingültige oder genormte Klassifizierung gibt es jedoch nicht. Synthetics sind meist scheuerfester als Naturfasern, die höchste Scheuerbeständigkeit unter allen Textilrohstoffen haben die Polyamide.

Scheuertouren: Scheuertouren sind eine Einheit wie Meter oder Kilogramm, sie beschreiben das Ergebnisse des \"Martindale Test\" (benannt nach seinem Erfinder). Je höher die Anzahl der Touren ist, desto resistenter verhält sich der Stoff. Dieses Prüfverfahren finden Sie unter dem Punkt Scheuerbeständigkeit näher erklärt.

Schlafsofa: Unter dem Begriff Bettsofa, der auch für die Begriffe Schlafsofa und Schlafcouch relevant ist, finden Sie die Begriffserläuterung.

Schleifen (Leder): Die Narben- oder Fleischseite wird angeschliffen, um einen samt- oder veloursartigen Effekt zu erzielen.

Schlingenstich (Nähstiche): Der Schlingstich kann auch anstelle des einfachen Vorderstiches zum Einnähen eines Federkerns in Jutegewebe angewendet werden. Ecken bei Form- bzw. Fassonpolstern lassen sich mit einem Schlingstich schließen. Durch die für diese Stichart typische \"Verschlingung\" des Nähfadens ergibt sich eine stabile Sicherung der Naht.

Schmelzspinnverfahren: Das Schmelzspinnverfahren gilt als das einfachste und rationellste Spinnverfahren für Chemiefasern wie Polyamide oder Polyester. Die Spinnmasse wird verflüssigt, also geschmolzen, und mit Druck durch feine Spinndüsen in einen Spinnschacht gepresst. Im Spinnschacht trocknen und erhärten die Fasern sofort. Durch anschließendes Verstrecken und fixieren verfestigen sie sich erheblich und erhalten dadurch erst ihre letztendlichen spezifischen Eigenschaften.

Schurwolle: Die Schurwolle ist eine der edelsten natürlichen Textilfasern. Sie kann Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich klamm anzufühlen, bewahrt die Körperwärme und richtet sich schnell wieder auf, wenn sie niedergedrückt wird. Darüber hinaus ist sie schwer entflammbar und auf natürliche Weise schmutzabweisend.

Schwer entflammbar: Als schwer entflammbar dürfen nur bestimmte Textilien, die speziell festgelegte Kriterien erfüllen, bezeichnet werden. Sie entflammen bei Kontakt mit Glut, Funken oder offenem Feuer nicht sofort, und auch wenn sie entzündet sind, brennen sie nicht weiter, sondern verlöschen schnell wieder. Durch Waschen, Desinfizieren oder chemische Reinigung darf diese Schwerentflammbarkeit nicht verloren gehen und sie darf auch weder allergische noch toxische Reaktionen hervorrufen.

Schwertstich (Nähstiche): Sind zwei Stoff- oder Lederteile stumpf gegeneinander zu nähen (d.h. Schnittkanten gegeneinander und ohne Umschlag), wird die Schwertnaht angewendet. Sie ist ebenfalls nur eine Heftnaht, die später wieder verdeckt wird. Ihre Bezeichnung erhielt sie, weil die Stiche dieser Nahtart an gekreuzte Schwerter erinnern. Man benutzt dazu eine gebogene Nähnadel, die abwechselnd bei dem einen und bei dem anderen Stoff- oder Lederteil von unten nach oben geführt wird.

Scotchgard (3M): Scotchgard (3M) ist ein geschütztes Markenzeichen für ein Verfahren der Fleckschutz-Ausrüstung. Dazu werden die Fasern beziehungsweise Textilien mit Fluor-Chemikalien behandelt, was verhindert, dass ölhaltiger und nasser Schmutz eindringen kann. Vor allem das Säubern von solchen Verschmutzungen, etwa auf Bezugsstoffen, wird dadurch wesentlich erleichtert.

Seide: Eiweißfaser aus dem erhärteten Sekret der Seidenraupe. Sie verfügt über gute Gebrauchseigenschaften, ist reißfest, elastisch, knitterfrei und gut färbbar. Seide ist ein edles, jedoch nicht sehr strapazierfähiges Material für hochwertige Möbelbezüge mit repräsentativem Charakter. Der Seidenfaden wird aus dem Cocon des Maulbeer-Seidenspinners gewonnen. Eigenschaften: edler Glanz, hautsympathisch, atmungsaktiv, hohes Dehnungsvermögen, gute Isolation gegen Wärme und Kälte, geringe Scheuerbeständigkeit, schweißempfindlich, UV- und hitzeempfindlich.

Semianilinleder: Eine Kombination von Pigmentfarben und Anilinfärbung wird Semianilinleder genannt. Polsterleder in pigmentierter, also gedeckter Ausführung wird mit einer deckenden schützenden Farbschicht übersprüht. Dieses Leder ist in der Oberfläche glatt oder geprägt. Sitzmöbel aus gedecktem Leder sind besonders für Bereiche geeignet, in denen sie sehr stark strapaziert werden. Tipp zur Leder-Pflege: Semianilinleder (gedecktes Leder) regelmäßig abstauben, ab und zu von trockenem Schmutz reinigen und gelegentlich mit Spezialpflegemittel behandeln. Starkes Reiben vermeiden. Angetrockneten Schmutz mit einem angefeuchteten Tuch abwischen und mit einem Wolltuch trocknen. Dann gut trocknen lassen. Schließlich mit dünn aufgetragenem Spezialpflegemittel nachbehandeln.

Sengen: Textile Flächen, die aus Spinnfasergarnen hergestellt sind, haben eine flaumige Oberfläche. Der Grund ist, dass aus der Warenoberfläche Faserenden aus den Fadenmaterialien herausragen, die ggf. das angestrebte Warenbild stören. Der Zweck des Sengens ist, diese unerwünschten Faserenden durch Abflämmen zu entfernen, ohne dabei das Grundmaterial nachteilig zu beeinflussen. Das Sengen kann sowohl auf einer als auch auf beiden Seiten der textilen Fläche erfolgen.

Seniorengerechte Polstermöbel: Allein schon durch die Anpassung der Sitzeigenschaften (z.B. Sitzhöhe, Sitztiefe, Armlehnenhöhe und Festigkeit der Polsterung) kann ein Polstermöbel zu einem seniorengerechten Polstermöbel werden und ein ermüdungsfreies Sitzen und einfaches Aufstehen ermöglichen. Individuelle Zusatzeigenschaften, wie eine Aufstehhilfe, elektrische und mechanische Verstellmöglichkeiten oder auch eine Massagefunktion, gestatten die weitere Anpassung eines Sessels an die persönlichen Voraussetzungen und Vorlieben des älteren Menschen.

Sessel: Ein Sessel ist ein meistens vollgepolstertes Sitzmöbel für eine Person.

Sichtholzgestell: Aus der Bezeichnung dieser Gestellart geht deren Eigenart hervor. Bei einem Sichtholzgestell sind noch wesentliche Holzteile sichtbar, z.B. die Armlehnen, die Rückenlehnenstützen mit Kopfleiste u.ä.. Welche Gestellteile sichtbar bleiben, hängt von der Art und der Form des Polstermöbels ab. Für Sichtholzgestelle verarbeitet man ausgesuchte Hölzer ohne Splinte und Äste. Man verwendet hochwertige Holzarten, wie z.B. Esche, Nußbaum oder Kirsche, aber auch Birke, Eiche, Ahorn oder Buche, die sich wunschgemäß beizen lassen. Durch eine abgestimmte Oberflächenbehandlung erhalten die Sichtholzflächen das gewünschte Aussehen, wie Farbe und Glanz. Zusätzlich werden die Oberflächen widerstandsfähiger gegen physikalische oder chemische Beanspruchung und Verschmutzung. Beim Polstern der Sichtholzgestelle muß vorsichtig gearbeitet werden, damit die freiliegenden Holzflächen nicht beschädigt werden.

Sitzaufbau: Bestimmender Faktor für den Sitzkomfort bei einem Polstermöbel ist die Unterfederung, die zumeist bei Qualitätsmöbeln aus Federband, Stahlwellenfedern, Elastikgurten oder Federholzleisten besteht. Die Unterfederung wird mit einer Kokosmatte abgedeckt, um die punktuelle Belastung abzuleiten und eine Geräuschentwicklung zu verhindern. Entscheidend ist dann für den Sitzkomfort und die Langlebigkeit der Federkern, wobei je nach Modell ein Zylinderfederkern, Bonell- oder auch Taschenfederkern eingesetzt werden kann. Die Drahtstärke des Federkerns sollte wenigstens 2,0 mm betragen; um im Seiten- und Vorderbereich des Sitzes eine ordentliche Federung zu erreichen, wird der Federkern mit Schaumstoffstreifen ummantelt. Der Federkern wird dann wiederum mit einer Kokosmatte und einer 2 cm starken Schaumstoffmatte (Raumgewicht 40kg/cbm) abgedeckt, um eine punktuelle Belastung abzuleiten und den Stoff zu schützen. Federkern ist aber nicht gleich Federkern. Bei billigen Produkten, die in großen Stückzahlen gefertigt werden, können leicht Materialermüdungen auftreten. Federkernpolsterungen erhalten eine Unterfederung und werden daher auch als Doppelfederung bezeichnet.

Sitzkomfort: Nicht in allen Sesseln und Sofas, die gemütlich aussehen, sitzt man auch bequem und entspannt. Komfortable Polstermöbel brauchen die richtigen Sitzmaße. Eine ausgewogene Höhe der Armlehnen ist für ermüdungsfreies Sitzen ebenso wichtig wie der Neigungswinkel der Rückenlehne. Anatomisch richtig: hoher Rücken, steiler Winkel, niedriger Rücken, flacher Winkel. Damit man bequem aufstehen kann, sollte das Sitzgefälle eines Polstermöbels, die Höhendifferenz zwischen der Vorderkante eines Sitzes bis zur Rückenlehne, nicht größer als 3 bis 5 cm sein. Je nach Art des Polstermöbels ist das Sitzgefälle sichtbar oder im Polsteraufbau berücksichtigt. Eine ausgedehnte Sitzprobe ist sinnvoll.

Sitzlandschaft: Beliebige Polstermöbel-Kombination aus den Elementen: Sessel, Sofa, Ecke, Hocker, Ottomane oder auch Recamiere.

Sitzmaße: Sitztiefe, -breite und -höhe müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Die Polstermöbelindustrie verwendet standardisierte Maße, die je nach Art von Möbel und Design variieren. Die Sitztiefe beträgt zwischen ca. 50 und 56 cm, die Sitzhöhe zwischen ca. 38 und 46 cm und die Sitzbreite zwischen ca. 50 und 56 cm, die Armlehnenhöhe liegt zwischen ca. 58 und 63 cm. Die Sitzhöhe wird vom höchsten Punkt des Sitzes zum Fußboden gemessen, die Sitztiefe meint die Fläche von der Vorderkante des Sitzes bis zur Rückenlehne. Beim Messen sollte man die Polsterung nicht eindrücken. Für verschiedene Körpergrößen gibt es Polstermöbel mit variabler Sitztiefe und höhenverstellbaren Rückenlehnen.

Sitzmulde: Qualitäts-Polstermöbel halten auch starker Beanspruchung stand. Dennoch können sich Mulden in den Polstern bilden, die nicht auf Materialfehler zurückzuführen sind. Sofern möglich, sollten die Polster der Lieblingsplätze hin und wieder gewechselt werden, um Kuhlenbildung zu vermeiden, die durch ein Weicherwerden der Polsterabdeckung entsteht.

Sitzspiegel: Ein Sitzspiegel, in der Fachsprache auch Gebrauchslüster genannt, bezeichnet changierende Flecken, die durch Wärme und Körperdruck entstehen. Gehört zum Erscheinungsbild von Velourstoffen. Der Flor richtet sich auf, wenn man über Nacht ein feuchtes Tuch auf die Stellen legt.

Sofa: Sofa bezeichnet ursprünglich ein Sitzmöbel aus dem türkisch-arabischen Raum, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Europa eingeführt wurde. Man versteht darunter ein meist vollgepolstertes zwei- oder mehrsitziges Polstermöbel / Sofa mit Arm- und Rückenlehnen wobei die Ausführung und das Design sehr variantenreich sein kann.

Sofagarnitur: Eine Sofagarnitur bezeichnet die Kombination mindestens zwei modellgleicher Sofas.

Sofrina: Möbelbezugsstoff auf Mikrofaserbasis.

Spalten (von Leder): Die Blöße einer Rinderhaut hat eine Stärke von ca. 3 bis 12 mm, je nach Tier und Bereich des Tierkörpers. Um sie weiterverarbeiten zu können, muss sie auf eine gleichmäßige Dicke gebracht werden. Das erreicht man durch ein horizontales Spalten auf einer Spaltmaschine. Zwischen zwei Walzen befindet sich ein Bandmesser, das die (wertvolle) Narbenhaut gleichmäßig dick von der unteren Fleischseite, der ungleichmäßig dicken Spalthaut trennt. Der Narbenspalt ist der obere Teil der Haut, aus dem das wertvollere und lange haltbare Leder (Fachbegriff: Volleder) hergestellt worden ist. Es ist gleichmäßig dick: ca. 2 bis 2,3 mm. Dagegen ist der Fleischspalt (handelsübliche Bezeichnung = Spaltleder) immer ungleichmäßig dick. Vom Spaltleder werden die Seiten oder Flanken abgeschnitten, da das Fasergefüge zu lose und für die Lederherstellung ungeeignet ist. Es gibt noch den Mittelspalt, der weder die Narbenseite noch die Fleischseite trägt.

Spät-Renaissance: Merkmale der Spät-Renaissance (1500-1650) sind die klare Gliederung, reiche und dekorative Profile sowie dekorierte Flächen.

Spiegel-Samt: Spiegel-Samt oder Spiegel-Velours sind Sammelbegriffe für Samte mit einem glänzenden, gelegten Flor.

Spritztechnik: Die Spritztechnik auf HVLP-Spritzen (Hig Volume Low Pressure), führt zu einer Erhöhung des Auftragswirkungsgrad beim Lackieren und somit wird der Verbrauch um 15-20% gesenkt und dabei zugleich die Qualität erhöht.

Sprungfedern: Die noch in der handwerklichen Fertigung eingesetzten einzelnen Sprungfedern bestehen aus gehärtetem oberflächenveredeltem Federstahldraht, dessen Enden mit dem letzten Federdraht verknotet (Fachbegriff: verkröpft) sind. Man unterscheidet nach der Form Taillen-, Zylinder- und Kegelfedern. Alle Sprungfedern werden in verschiedenen Drahtdicken, Drahtdurchmessern, Gesamthöhen und mit unterschiedlicher Gangzahl (Windungen) hergestellt. Diese Unterscheidungsmerkmale bestimmen auch die Federeigenschaften.

Stängelfasern: Stängelfasern sind Pflanzenfasern, die aus den Stängeln von bestimmten Pflanzen herausgelöst werden, wie zum Beispiel die Leinenfasern aus der Flachspflanze.

Stauchhärte (von Schaumstoffen): Die Verformung durch Druck kann unterschiedlich sein. Sie kann verändert werden, indem die Härte eines Schaumstoffes dem Raumgewicht angepasst wird. Die Härte wird durch Zusammendrücken des Materials um 40% seiner Dicke bei gleichzeitiger Messung der dafür erforderlichen Kraft gemessen. Allgemein gilt: Die Qualität eines Schaumstoffes wird bei gleichbleibender Stauchhärte durch die Erhöhung des Raumgewichts verbessert.

Steppen: Unterpolsterte Bezugsteile können entsprechend ihrer beabsichtigen Unterteilung mit einer aufgelegten Möbelschnur durchgesteppt werden. Unterschiedlich arbeitende Ober- und Untertransporteure der Steppmaschine bewirken das Einhalten der oberen Stoffbahn. Dadurch entsteht ein beabsichtigter Kräuseleffekt.

Sticken: Programmierbare Spezialmaschinen sticken beliebige Motive auf wattierte Bezugsteile.

Stilrichtungen: Eine Stilrichtung ist zumeist eine Epoche, in der gewisse Aussehensmerkmale z.B. eines Möbels geprägt wurden.

Stoff-Pflege: Wie alle Materialien des täglichen Gebrauchs, bedürfen auch Polstermöbel-Stoffbezüge einer regelmäßigen Pflege, da sie der ständigen Staub- und Kontaktverschmutzung unterliegen. Beim Kauf der Polstermöbel sollte man den Einsatzbereich (z.B. Wohnraum, Hotelzimmer, öffentliche Bereiche) beachten. Bei einer Fleckentfernung müssen die Herstellerangaben für die einzusetzenden Mittel beachtet werden. Vor der Fleckentfernung muss der Stoff auf Farbechtheit und Oberflächenveränderung an verdeckter Stelle durch Reiben mit einem weißen, weichen, sauberen Tuch, das mit Reinigungsmittel bzw. Fleckentfernungsmittel getränkt ist, geprüft werden. Besondere Vorsicht gilt bei Bezügen aus Baumwolle, Leinen, Seide und Viskose. Feuchte Flecken mit saugfähigem Tuch oder Papier abtupfen. Rückstände mit verdünntem Teppich- oder Polstershampoo nachbehandeln. Reinigungsmittel nie direkt auf den Bezug bringen. Das Mittel auf ein weißes Tuch auftragen. Mit diesem angefeuchteten Tuch den Fleck vom Rand zur Mitte hin aufnehmen. Anschließend mit feuchtem Tuch Restshampoo ausreiben. In jedem Fall für sofortige Trocknung der Polstermöbel sorgen (eventuell mit Haarfön) und erst nach vollständiger Trocknung benutzen. Trockene Flecken können wie die Rückstände von feuchten Flecken behandelt werden. Sollten unlösliche Fleckreste verbleiben, mit einem Waschbenzin benetzten weißen Tuch nachtupfen.

Stollen (Leder): Das abgetrocknete und einige Zeit abgelagerte Leder (Restfeuchtigkeitsgehalt von 25-28%) bekommt durch Biegen, Kneten und Dehnen auf der Stollmaschine die gewünschte Weichheit, indem die beim Trocknen mehr oder weniger verklebten Fasern voneinander gelöst werden. Nach dem Stollen (und / oder Millen) wird das Leder erneut gespannt (Nachspannen) oder auf dem Vakuumtrockner bis auf 14-15% Restfeuchte nachgetrocknet. Der Zweck der Zurichtung ist darin zu sehen, die verschiedenen Lederausführungen effektvoll zu gestalten und die Leder mit einem Schutzfilm zu versehen, damit das hochwertige Naturprodukt einen dauerhaften Gebrauchswert erhält.

Strapazierfähigkeit: Die Strapazierfähigkeit eines Möbelbezugsstoffs wird durch die Scheuerbeständigkeit dieses ausgedrückt. Eine Erklärung des Begriffs Scheuerbeständigkeit finden Sie in diesem Lexikon.

Strich: Mit Strich bezeichnet man bei gelegten Velours oder auch Lodenstoffen die Richtung, in die der Flor gelegt beziehungsweise gebürstet wurde. Die Strichrichtung muss bei der Verarbeitung solcher Gewebe unbedingt genau beachtet werden, weil sie die Optik und Strapazierfähigkeit – vor allem beim Polstern – entscheidend beeinflusst.

Stuhlsessel: Mischung aus Stuhl und Sessel mit kleineren Abmessungen als Sessel und etwa der Sitzhöhe eines Eßtischstuhls. Die Armlehnen sind gepolstert. Die hohe Bequemlichkeit dieses Polstermöbels ermöglicht langes und ermüdungsfreies Sitzen.

Stürznaht (Schießnaht): Die Naht wird von links ausgeführt und dann auf rechts verstürzt. Es ist die einfachste Verbindung zweier Stoffteile.

Synthetics: Als Synthetics bezeichnet man alle vollkommen künstlich – also synthetisch – hergestellten Chemiefasern, wie zum Beispiel die Polyamide, Polyacryle oder Polyester.

Synthetik-Gurte: Werden vorwiegend aus Polypropylen-Garnen hergestellt. Sie sind zweischüssig (reißfest) in Leinwandbindung gewebt und bieten verbesserte Zugfestigkeit.

Synthetische Fasern: Informationen zum Thema synthetische Fasern erhalten Sie unter dem Begriff Chemiefasern.

 

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