Buchstabe V im Polstermöbel Lexikon


Velours: Das Wort Velours leitet sich vom Lateinischen „villosus“ für „zottelig“ ab. Velours sind Stoffgewebe mit aufrecht stehendem oder gelegtem Flor. Bei einer Höhe des Flors von bis zu 2 mm spricht man von Samt, ab dort und bis 4 mm lautet die Bezeichnung Velours und sollte der Flor über eine Höhe von 4 mm kommen, so handelt es sich um Plüsch.

Veloursleder: Veloursleder ist ein Rauhleder und stammt von Häuten, die auf der Fleischseite geschliffen werden. Die samtige Oberfläche, die auch mit einer Narbenzeichnung geprägt sein kann, wird bei häufigem Gebrauch schnell speckig und bekommt eine Patina.

Verpackung: Unter dem Oberbegriff „Umweltverträglichkeit“ finden Sie Ausführungen zur Verpackung.

Versäubern (spezielle Nähtechniken): Nicht versäuberte Schnittkanten ermöglichen die (langsame) Auflösung der Gewebeverbindung. Durch seitliches Übernähen mit deinem Zick-Zack-Stich wird dieses verhindert (Kettelnaht).

Verzogener Stich: Er heißt auch „verdeckter Stich“, weil der Nähfaden nicht mehr sichtbar ist. Die Ausführung dieser Handnaht wird angewendet, um Füllöffnungen zuzunähen oder zum Zusammennähen von zwei Stoff- oder Lederteilen. Um bei Spannung ein aufgehen der Naht zu vermeiden, muss die Stichgröße auf das Material abgestimmt sein.

Viskose: Eine aus Zellulose gewonnene Chemiefaser mit natürlichen Eigenschaften. Naturfasern wie Baumwolle und Leinen erhalten durch die Beimischung von Viskose bessere Gebrauchsqualität. Eigenschaften: weicher Griff, sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme, gute Färbbarkeit, geringere Nassfestigkeit als Baumwolle.

Vlies: Dünne Schicht aus Synthetikwatte. Sie liegt als schützende Schicht zwischen Schaumstoff und Polsterstoff und verhindert den Verschleiß der Unterseite des Polsterstoffs. Ein Vlies wird auch als „Faserverbundstoff“ bezeichnet – das heißt, dass es sich zwar um einen textilen Stoff handelt, der aber weder gewebt noch gewirkt wird und für dessen Herstellung man noch nicht einmal ein Garn braucht. Stattdessen liegen die Fasern zumeist wirr und werden auf chemischem oder mechanischem Weg unlösbar miteinander verbunden – etwa durch Klebemittel, starke Hitze, großen Druck und zusätzliche Reibung. Das älteste Vlies, das durch Hitze und Reibung erzeugt wird, ist der Filz.

Volant: In den Glockenfalten gelegter unterer Abschluß eines Polstermöbels, genäht aus dem Bezugsstoff. Billige Volants sind häufig nur ein einfacher, mit Vlies hinterklebter Stofflatz. Französich: Rüschen-Besatz.

Vollgummigurte: Vollgummigurte sind als gespritzte und geschnittene Gurte im Handel. Die geschnittenen Gurte werden aus einer Gummimatte geschnitten und haben scharfe, rechteckige Kanten. Die gespritzten Gummigurte werden durch Formdüsen gepreßt, die Kanten sind dadurch leicht gerundet. Gummigurte mit Gewebeeinlagen werden durch mehrere Schichten gebildet, wobei das Gewebe in das Gummi voll eingebettet wird. Die Richtung des eingelagerten Gewebes bestimmt die Dehnfähigkeit des Gurtmaterials. Seine Stärke und die Dicke der Gummibeschichtung bestimmen die Verwendung. Besonders tragfähige Gummigurte mit Gewebeeinlage erhalten eine zweifache Gewebeeinlage. Gurtdichte und die Vorspannung müssen entsprechend der späteren Beanspruchung aufeinander abgestimmt werden.

Vollpolsterkissen: Können als Schaumstoffkissen mit einfachem Block oder in hochwertigem Sandwichaufbau gefertigt sein, bei dem mehrere Lagen verschiedener Qualitäten auf den gewünschten Sitzkomfort abgestimmt sind. Die Alternative sind Federkerneinlagen, ummantelt von PUR-Weichschaum oder in hochwertiger Form als Taschenfederkern. Legere Vollpolsterkissen sind mit losem Füllmaterial gepolstert, das in Kammern gehalten und mit einem Inlett bezogen ist. Für die Füllung sind viele Materialkombinationen von Federn, Faservliesen, Schaumstofffocken und -stäbchen sowie Vlieskugeln möglich.

Vorderstich: Diese einfache Naht mit dem Vorderstich wird ebenfalls mit einer Nähnadel (gerade oder gebogen) ausgeführt. Sie dient (wie der überwendliche Stich) eher zum flüchtigen Zusammennähen zweier Teile, die man übereinanderlegt. Der Abstand der Stiche muss auf der Ober- und Unterseite gleich sein. Die Stichabstände werden nach Verwendungszweck verschieden groß gewählt.

Vorderstich (rechtwinklig): Dieser Garnierstich wird hauptsächlich bei Fassonkissen verwendet, die eine Federkerneinlage haben. Die Garnierung ist mit ihr sehr einfach durchzuführen und wird nicht so kräftig abgesetzt, dass sie kantig und druckfühlbar ist.

Vorderstich (triangelförmig): Dieser Garnierstich wird fast ausnahmslos an kräftigen, festen Kanten verwendet. Bei ihm liegt der Einstich immer um eine halbe Länge vor dem Ausstich, so dass der Faden im Zick-Zack verläuft. Ein Hauptmerkmal dieser Garnierungsart ist, dass immer der Ausstich an der vorhergehenden Einstichstelle liegt.

Vorgebaute Kante: Die vorgebaute Kante (auch als „englische Kante“ bezeichnet) steht mit einer starken und auffälligen Wulst über der Vorderschwinge. Durch diese Kantengestaltung kommt es zu einer klaren Trennung zwischen der Sitzfläche und dem Boden. Bei richtiger Ausführung steht sie rechtwinklig von dem unter ihr liegenden Boden ab.

 

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