Äschern (Leder)

Durch diesen Arbeitsprozess werden durch die Wirkung der Äscherchemikalien Haare und Oberhaut zerstört oder soweit gelockert, dass sie leicht mechanisch entfernt werden können. Die Haut wird für die Gerbung vorbereitet. Zu diesem Zweck wird das Hautmaterial dem Einfluss von Laugen ausgesetzt, die die Haarlockerung, Entfernung der Oberhaut und eine mehr oder weniger starke Schwellung des Fasergefüges sowie eine Quellung des Hautfettes herbeiführen. Das gebräuchlichste Mittel für diesen Arbeitsprozeß ist Kalk, allerdings erreicht man damit allein für die meisten Lederarten nicht den gewünschten Effekt, so daß sich eine Mitverwendung von Schwefelnatrium als „Anschärfungsmittel“ mit gutem Erfolg eingeführt hat. Das „Äschern“ legt bereits die späteren Eigenschaften des Fertigleders fest. Je weicher das zu erzeugende Leder sein soll, um so stärker muss das Äschern das Hautfasergefüge lockern und desto geringer darf dessen Schwellung sein. Man erhält auf diese Weise eine sogenannte „Blöße“. Nachdem die Blöße gut gespült ist, wird sie “entfleischt“, d. h. gelöste Haare, Fleischreste und Teile der Unterhaut werden entfernt. Siehe auch Lederbearbeitung.

 

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